Austro-Keynesianismus: Festschrift für Hans Seidel zum 65. by Peter Mitter, Andreas Wörgötter

By Peter Mitter, Andreas Wörgötter

Die wirtschaftliche Sonderentwicklung Österreichs bis zu Beginn der achtziger Jahre erregte mehr Aufsehen, als es dem kleinen Anteil am weltweiten Wirtschaftsgeschehen entsprochen hätte. Die Überwindung der Inflation ohne nennenswerten Anstieg in der Arbeitslosenrate, die rasche Beseitigung von Leistungsbilanzproblemen und ein überdurchschnittliches Wachstum wurden einerseits mit den durch die Sozialpartnerschaft zusammenhängenden stabilen Rahmenbedingungen und andererseits mit einem speziellen "policy-mix" in Zusammenhang gebracht. Gegen Ende dieser Periode erhielt diese Kombination auch ihren Namen: Austro-Keynesianismus. Hans Seidel spielte in diesem Zusammenhang eine typisch österreichische Rolle. In verschiedenen Funktionen übernahm er Aufgaben und Positionen, die er in meisterhafter Weise persönlich integrieren konnte. In der akademischen Diskussion prägte er den Begriff des Austro-Keynesianismus. In diesem Band sind Beiträge österreichischer Autoren (Helmut Kramer, Stephan Koren, Herbert Ostleitner, Karl Socher, Erich Streissler, Gunther Tichy) enthalten, die sich sowohl mit den Beiträgen von Hans Seidel, als auch der inhaltlichen Interpretation des Austro-Keynesianismus auseinandersetzen.

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Auch in dieser Hinsieht hat sich der Monetarismus, oder besser gesagt, die Idee einer Marktwirtschaftsordnung in Osterreich immer mehr durchgesetzt, aber das Defizit an Monetarismus ist auf diesem Gebiet gro8er als in der Ablaufspolitik. Das ablaufspolitische Denken dominiert haufig noch das ordnungspolitische Denken. Man kann zweifellos das Denken im Kreislauf, das keynesianische Ablaufsdenken - so wichtig es ist - auch ubertreiben. Das bekannteste Beispiel dafUr gibt es im Gebiet der Steuerpolitik, wo die volkswirtschaftliche Wirkung einer Steuersenkung nieht nur vom reinen Steuerausfall her beurteilt werden darf.

Das hatte zur Folge, daB immer groBere Teile der Unselbstandigen und der Unternehmer sich nicht mehr ausreiehend vertreten und in die Wirtschaftspolitik eingebunden fiihlen. Die Wahrscheinlichkeit von Gegenstrategien auf mikrookonomischer Ebene nimmt damit zu. 3. Die Anderung der Eigentumsverhaltnisse an der osterreichischen Wirtschaft verschiebt die Machtverhaltnisse im okonomischen System zugunsten der Unternehmer, deren Konfliktbereitschaft - wie auch die der Arbeitnehmer - tendenziell ansteigen wird.

Samuelsons "Economics" bewegt sich konsequenterweise in seinen mikrookonomischen Abschnitten daher auch vollig in neoklassischen Modellwelten. Der IS-LM-Keynesianismus weist einen fundamentalen politischen Aspekt auf, der verstandlich macht, weshalb diese Konzeption nicht nur von sozialdemokratischen Parteien, fUr die das Vollbeschaftigungsziel primar ist, sondern bis zu den 70er Jahren auch von konservativen Parteien iibernom men wurde: 35 These 1: Der Keynesianismus der "neoklassischen Synthese" suggeriert eine Welt, in der der Staat aUf makrookonomischer Ebene vollig [rei in seinen Entscheidungen ist und gleichzeitig die Untemehmer und Konsumenten auf mikrookonomischer Ebene vollig [rei in ihren Entscheidungen sind.

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